Persönliche Risiken in der Finanzierung

Deine Baufinanzierung ist sicherlich nicht das erste Vorhaben was du in deinem Leben planst. Und somit ist eine Sache auch klar: Jedes Vorhaben hat bestimmte Risiken, die man entweder eingeht, vermeidet oder absichert.

Das einfachste Beispiel dafür ist die Versicherung die nahezu jeder abgeschlossen hat: Die Haftpflichtversicherung. Kostet nicht viel aber schützt dich enorm vor den Risiken des Alltages.

Aber wie sieht es eigentlich bei einer Baufinanzierung aus? Hier gibt es nämlich auch Risiken über die du zumindest mal nachgedacht haben solltest. Keiner mag es über so etwas nachzudenken. Aber Hand aufs Herz: Sinn macht es schon, oder?

Arbeitslosigkeit

Wie realistisch ist es eigentlich arbeitslos zu werden? Im Gegensatz zu anderen Risiken ist dies wirklich sehr individuell zu beleuchten. Könntest du deine Rate im Falle einer Arbeitslosigkeit noch zahlen? Dafür solltest du natürlich erst mal wissen, wie hoch dein Anspruch ist. Es sind etwa 60% deines Einkommens.
Dieses Risiko kannst du absichern. Viele Bank haben dafür eigene Lösungen. Sprich deinen Berater einfach mal drauf an.

Arbeitsunfähigkeit

Egal ob durch einen Unfall oder eine Krankheit. Leider ist keiner sicher, dass es ihn nicht trifft. Auch du nicht. In der Regel greift hier erst mal die Lohnfortzahlung deines Arbeitgebers für 6 Wochen. In der Zeit bekommst du – wie das Wort schon sagt – deinen Grundlohn weiter ausgezahlt. Nach 6 Wochen ist der Arbeitgeber raus und deine Krankenversicherung greift. Spätestens dann fehlen dir in etwa 30-40% deines Einkommens und das kann schon gewaltig weh tun.
Deine Lösung lautet hier: Arbeitsunfähigkeits- oder Krankentagegeldversicherung. Diese sollte zu dem Zeitpunkt greifen, wenn dir wirklich Geld fehlt. Damit kannst du dich aufs „Gesundwerden“ konzentrieren.

Todesfall

Was passiert wenn du nicht mehr da bist? Kaufst und nutzt du deine Immobilie alleine? Dann kann dir das eigentlich egal sein. Nur die Bank wird sich fragen, wie es dann weitergeht. Ganz anders sieht es aus, wenn ein/e Partner/in mit im Spiel ist oder vielleicht sogar Kinder. Frage dich dann bitte, ob der/die verbleibende Partner/in die Finanzierung auch alleine weiterzahlen kann. Und vor allem, wird diese Person einen Tag später schon wieder arbeiten können? Eher nicht, oder?
Deine Lösung lautet dann: Lebensversicherung. Aus meiner Sicht nur auf Risikobasis. Dies sorgt dafür, dass der/die Hinterbliebene erst mal die neue Situation ohne finanziellen Druck abschließen kann. Die Summer der Todesfallleistung kannst du frei wählen. Im besten Fall ist es die gesamte Finanzierungssumme. Ist dies zu teuer? Dann rate ich dir zumindest die ersten drei Jahre abzusichern. Die Rechnung ist ganz einfach:

(Finanzierungsrate + mtl. Nebenkosten der Immobilie) * 36 Monate = Absicherungsbedarf

So ist zumindest für die erste Zeit für eine finanzielle Sicherheit gesorgt. Man kann in Ruhe entscheiden wie es weitergehen soll. Ganz ohne Druck der Bank.

Wie immer gilt:
Du kannst dich pauschal gegen alles absichern oder individuell prüfen, wo dein Risiko liegt. Ich rate dir dies zumindest mal mit einem Profi zu besprechen.

Jan Winck